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#2

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NRZ 24.06.2011
Ein Puffer gegen das Rotlicht

Düsseldorf. Da haben sie in der Stadtverwaltung offensichtlich kalte Füße bekommen. Zunächst wurde einem Bordellbetreiber grünes Licht für ein Rotlicht-Etablissement an der Oberhausener Straße signalisiert.

Doch jetzt will man eilig einen Puffer gegen eine mögliche Sündenmeile schaffen. Eine entsprechende Vorlage aus dem Planungsamt quittierten die Stadtteilpolitiker in der Bezirksvertretung 6 bei ihrer jüngsten Sitzung teils mit einem Schmunzeln, teils aber auch mit Kopfschütteln.

Das Areal nördlich der Theodorstraße ist als Industrie- und Gewerbegebiet ausgewiesen. Für das leer stehende Lager-Gebäude an der Oberhausener Straße 17 hat der neue Besitzer einen Antrag für einen „FKK- und Saunaclub inklusive gewerblicher Zimmervermietung bordellähnlicher Art“ gestellt und bekam von der Stadtverwaltung die Genehmigung dafür. Die ist auch nicht mehr rücknehmbar. Doch jetzt legte der Bordellbetreiber einen zweiten Bauantrag nach: In die hohen Räumlichkeiten soll eine Zwischendecke eingebaut werden, um die Horizontal-Gewerbefläche quasi zu verdoppeln.

Da schrillten in den Amtsstuben augenscheinlich die Alarmglocken. „Gegen ein Vorhaben in dieser Größenordnung bestehen städtebauliche Bedenken“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Und weil es ringsherum viele freie Flächen gibt, könnte ein Groß-Verlustierbetrieb den Rattenschwanz von weiteren Bordellen und Spielhallen nach sich ziehen.

Doch solch ein Sündenpfuhl sei dort wegen des „eng benachbarten Wohngebiets und der höherwertigen gewerblichen Nutzungen an der Theodorstraße“ absolut unerwünscht.

Deshalb will man den Bebauungsplan, der aus dem Jahr 1971 stammt, ganz fix ändern. Ab sofort soll gelten: „Hier sind weitere Bordelle, ähnliche Betriebe und Vergnügungsstätten ausgeschlossen.“ Der „Kleine Puff“ an der Oberhausener Straße soll der einzige bleiben. Und nicht größer werden. Punktum.

Die Stadtteilpolitiker im Rather Rathaus nickten die Vorlage mit breiter Mehrheit ab. Dazu hagelte es aber auch Kritik an den Ämtern. „An dieser Stelle, die bekanntermaßen sozial schwierig ist, hätte ein Bordell gar nicht erst genehmigt werden dürfen“, betonte CDU-Ratsfrau Sylvia Pantel: „Das ist aus dem laufenden Geschäft der Verwaltung heraus entschieden worden, die Bezirksvertretung ist nicht eingebunden gewesen. Das war ganz eindeutig ein Fehler.“
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RP 28.06.2011
Widerstand gegen Bordell-Pläne

In einem Gewerbegebiet an der Oberhausener Straße, das an die Theodorstraße angrenzt, könnte in nächster Zeit ein FKK- und Sauna-Club entstehen. Einer entsprechenden Bauvoranfrage für ein leer stehendes Gebäude hat die Stadtverwaltung im vergangenen Jahr zugestimmt.

"Auch solche Nutzungen müssen irgendwo im Stadtgebiet zulässig sein. Dort ist das akzeptabel, da in der direkten Nachbarschaft keine Wohnbebauung vorhanden ist", erklärte Markus Stranzenbach, Bereichsleiter beim Stadtplanungsamt, in der Bezirksvertretung 6. Was die Verwaltung aber nicht mehr genehmigen will, für bedenklich hält, ist eine geplante erhebliche Erweiterung der Nutzfläche und eine deutliche Vergrößerung der Zahl der gewerblich genutzten Zimmer. "Das halten wir dann doch für problematisch", so Stranzenbach.

Über welche Größenordnung dabei gesprochen wird, will die Verwaltung allerdings nicht mitteilen, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Um die Erweiterung des geplanten Clubs und die Ansiedlung weiterer Bordelle zu verhindern, will die Verwaltung nun für das Gewerbegebiet einen neuen Bebauungsplan aufstellen, der solche und andere unerwünschte Nutzungen unterbindet. So liegt der Verwaltung bereits eine Bauvoranfrage für ein Spielcasino in diesem Areal vor. Während die Bezirksvertretung 6 Stellung zu dem neuen Bebauungsplan beziehen durfte, stand die Genehmigung des Sauna-Clubs dort nicht auf der Tagesordnung.

"Für die Bezirksvertretung bestand hier keine Zuständigkeit", erklärt Heinz-Günter Strerath, Leiter der Bezirksverwaltungsstelle. Dennoch sind einige Lokalpolitiker darüber verstimmt, dass sie nicht vorher informiert wurden. "Die Verfahrensweise war zwar völlig korrekt, aber für ein gutes Miteinander von Verwaltung und Politik wäre eine Vorinformation in Zukunft wünschenswert", sagt CDU-Ratsfrau Sylvia Pantel. Sie ärgert es sehr, dass der Sauna-Club in dem betreffenden Bereich genehmigt wurde "Dort handelt es sich ohnehin um ein sehr schwieriges Gebiet. Wir versuchen die Situation unter anderem mit Hilfe der Jugendhilfe und des kriminalpräventiven Rates zu verbessern. Da arbeitet so eine Genehmigung gegen uns."
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Red Light News
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#3

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RP 18.06.2014
Anwohner verärgert über geplantes Bordell in Rath

Düsseldorf · Düsseldorfs Rotlichtgröße Bert Wollersheim will ein Bordell in einer ehemaligen Lagerhalle eröffnen. Anwohner und Politiker fürchten, dass ein Straßenstrich entstehen könnte.

4000 Quadratmeter groß ist die frühere Lagerhalle an der Oberhausener Straße in Rath, nur wenige hundert Meter vom neuen Gefängnis in Ratingen und dem ISS Dome entfernt. In genau dieser Lagerhalle eröffnet Bert Wollersheim demnächst ein so genanntes Luxus-Bordell. Und genau dagegen laufen die Anwohner und Stadtteil-Politiker jetzt Sturm. "Bei so einem großen Bordell ist zu befürchten, dass sich weitere, nicht gewollte Betriebe ansiedeln werden und ein Straßenstrich entsteht. Damit wird sich die Gegend um die Theodorstraße negativ entwickeln. Das kann nicht gewollt sein", sagt Marcus Münter, Fraktionsvorsitzender der CDU in der Bezirksvertretung 6 (BV). Diese hatte noch vor drei Jahren versucht, das Vorhaben in dieser Größenordnung zu unterbinden.

Direkt verbieten konnte die BV die Pläne nicht, da der Bebauungsplan dort bordellartige Betriebe erlaubt. Kritisch ist der Standort, da sich mit dem alten Teil der Theodorstraße in unmittelbarer Nähe schon ein sozialer Brennpunkt befindet. Dort liegt zudem noch das Schaustellergelände, das vor eineinhalb Jahren durch eine Großrazzia eine kriminelle Großfamilie in die Schlagzeilen geraten war. Für diesen sensiblen Bereich wurde deshalb extra ein Polizei-Bezirksbeamter abgestellt. "Alle Bemühungen, Rath nach vorne zu bringen, werden mit solchen Einrichtungen, von denen es bereits mehrere im Stadtteil gibt, zunichte gemacht. Wir sind mehr als fassungslos", sagt Angelika Laas von der Initiative für soziale Ausgewogenheit in Rath.

Laut Medienberichten will Wollersheim im September eröffnen. Der FKK-Club "Oceans" soll fünf Saunen, eine Salzgrotte, Massageräume, ein beheiztes Schwimmbecken haben und eine Wasserlandschaft, in der sogar ein Hubschrauber Platz haben soll, bekommen. Angeblich steht ein Sterne-Koch am Herd des Restaurants. Insider gehen davon aus, dass Wollersheim nur als "Strohmann mit bekanntem Namen" vorgeschaltet, dass aber jemand anderer hinter ihm als Investor ist.

Das städtische Ordnungsamt kennt den Vorgang, ist aber nicht eingeschaltet. Amtsleiter Michael Zimmermann: "In diesem Fall sind wohl nur eine Konzession und ein Bauantrag nötig gewesen - und offenbar ist das alles genehmigt." Die Düsseldorfer Polizei weiß von dem Projekt und kündigt an, das Bordell genau wie alle anderen ähnlichen Etablissements regelmäßig zu kontrollieren. "Dabei kann es ja um unterschiedliche Strafdelikte gehen", so Polizeipressesprecher Marcel Fiebig. Das Ausländeramt wird bei ausländerrechtlichen Verstößen eingeschaltet, die Steuerbehörde bei Steuerfahndung, das Ordnungsamt dann, wenn es um Gewerberecht geht. "Die Polizei zeigt in solchen Häusern Präsenz, auch, um den dort arbeitenden Frauen Ansprechpartner zu vermitteln, falls sie irgendwann mal selbst Probleme haben."

Bert Wollersheim ist aus einem aktuell laufenden Rotlicht-Verfahren schadlos herausgekommen. In dem Verfahren geht es um angeblich serienweise betäubte und ausgeplünderte Bordell-Besucher. Gegen Wollersheim wurde zwar ermittelt, aber die Anklage fallengelassen. Im Februar hatte er seinen Job als Berater der "Gastronomiebetriebe Düsseldorf (RGD)" aufgegeben. In den Bordellen an der Rethelstraße, soll er nicht mehr anzutreffen sein. Wollersheim, der sich mit seiner Frau Sophia für TV-Dokus hat filmen lassen, ist zwar noch aus einer früheren Straftat wegen erpresserischen Menschenraubs vorbestraft, das steht der Neu-Eröffnung eines Gewerbes offenbar nicht im Wege.
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RP 22.06.2014
Proteste gegen riesiges Luxus-Bordell in Rath

Bei der mobilen RP-Redaktion äußerten Bürger ihren Ärger über die Genehmigung der Pläne an der Oberhausener Straße.

Der Fraktionsvorsitzende der CDU in der Bezirksvertretung 6, Marcus Münter, ist sauer. "Wir bekommen den Ärger der Bevölkerung ab, sind aber von der Verwaltung über den Bau des neuen Bordells nicht informiert worden. Wir hatten das in solch einem Umfang schon vor Jahren abgelehnt", sagt Münter. Zusammen mit anderen Lokalpolitikern, Vertreter von Initiativen und Bürgern kam er deshalb gestern an den Stand der Mobilen Redaktion am Hülsmeyerplatz, um über das Etablissement zu diskutieren, das bereits im September eröffnen soll.

Schnell wurde deutlich, dass vor allem Unklarheit darüber herrscht, wie es zu dem Bau in dieser Größe kommen konnte. "Das hatten wir schon 2011 abgelehnt. Wir werden jetzt parteiübergreifend verfolgen, wer unseren Wunsch ignoriert hat - und warum", sagt Birgit Schentek (CDU). Lokalpolitiker und Bürger befürchten, dass das Bordell sich negativ auf den gesamten Stadtteil auswirken könnte. "Rath hat sowieso schon kein gutes Image. Bei Wohnungsvermietungen habe ich deshalb immer wieder Probleme", sagt Dieter Lamontagne.

Wolfgang Laas befürchtet zudem, dass viele Bemühungen, den Stadtteil nach vorne zu bringen, nun zunichte gemacht werden: "Die Stadt wirbt international mit Hochglanzprospekten für die Theodorstraße als hochwertiges Gewerbegebiet. Wie passt denn da ein riesiges Bordell dazu?" Das fragt sich auch Ursula Parry, die seit 40 Jahren in Rath als Goldschmiedin arbeitet: "Das Gefängnis ist auch nicht weit, die Gegend geht so doch den Bach runter. Ich lehne den Puff ab."

"Wir wollen Oberbürgermeister Geisel jetzt beim Wort nehmen, der vor der Wahl versprochen hat, sich für die Vororte einzusetzen", sagen Hartmut Seeling und Brigitte Seeling-Faßbender. "Hier muss einfach etwas geschehen, damit das Niveau nicht weiter absackt. Und Bordelle gibt es bereits genug in Rath."

Ob der Luxus-Puff aber noch verhindert werden kann, bezweifelt der stellvertretende Bezirksvorsteher Peter Schumacher (SPD): "Es ist alles schief gelaufen. Damals hätte man auf uns hören müssen." Er fordert künftig rigorose Kontrollen rund um das Bordell.

"Das hat die Stadt doch komplett verpennt", ärgert sich Hero Herren. Der 84-Jährige wohnt schon seit über 60 Jahren in Rath, einem Stadtteil, der nach seiner Meinung komplett vernachlässigt werde: "Die 701 wird nicht bis zum ISS-Dome weitergeführt, die Güterzüge rattern alle zwei Minuten an meinem Schlafzimmer am Gatherhof vorbei und die urigen Gaststätten sterben alle aus. Und jetzt noch ein Puff?"

Kai Müller-Horn will das Thema breiter angelegt wissen: "Das Metier als solches ist legal, aber natürlich im höchsten Maße frauenfeindlich. Man muss die Grundlagen angreifen, denn Prostitution ist immer aus der Not geboren." Die Arbeitslosigkeit im Allgemeinen und die Armut in osteuropäischen Ländern im Besonderen müssten bekämpft werden. "Ob so ein Bordell an die Oberhausener Straße oder anderswo hinkommt, ist zweitrangig", sagt er.

Einen ganz anderen Aspekt greift Renate Schäffner auf: "Nur über die Oberhausener Straße komme ich mit meinen Enkeln zum Grünen See, alles andere wäre ein riesiger Umweg. Beides ist Kindern ja wohl kaum zuzumuten." Auch Marianne Hohberger ist der Meinung, dass dieses Großprojekt im Keim erstickt gehöre: "Die kriminelle Energie, die dahintersteckt, ist jetzt doch noch gar nicht abzusehen."

Die Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel will erfahren haben, dass ein Baustopp wegen nicht genehmigter Arbeiten im Außenbereich verhängt worden sei. An Fronleichnam sei allerdings trotzdem eifrig gewerkelt worden. Erst als Pantel den Ordnungsdienst rief, seien die Arbeiten eingestellt worden.
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RP 24.06.2014
Teilweiser Baustopp für Luxus-Bordell

Für die Bauarbeiten im Außenbereich des geplanten Luxus-Bordells an der Oberhausener Straße in Rath hat das Bauaufsichtsamt einen Baustopp verhängt. Düsseldorfs Rotlichtgröße Bert Wollersheim wollte das Etablissement eröffnen.

Der Grund: Die genehmigten Pläne seien nicht eingehalten worden, heißt es aus dem Amt nach einer Kontrolle der Baustelle. Der Innenausbau der ehemaligen Gewerbehalle darf allerdings fortgesetzt werden.

Für das Projekt steht mit Bert Wollersheim eine ehemalige Rotlichtgröße von der Rethelstraße. Laut Medienberichten will Wollersheim im September eröffnen. Der FKK-Club "Oceans" soll fünf Saunen, eine Salzgrotte, Massageräume, ein beheiztes Schwimmbecken haben und eine Wasserlandschaft, in der sogar ein Hubschrauber Platz haben soll, bekommen. Angeblich steht ein Sterne-Koch am Herd des Restaurants.

Insider gehen davon aus, dass Wollersheim nur als "Strohmann mit bekanntem Namen" vorgeschaltet, dass aber jemand anderer hinter ihm als Investor ist. Viele Anwohner protestierten bei der Mobilen Redaktion der RP gegen das Vorhaben.
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NRZ 27.06.2014
Düsseldorfer protestieren gegen Riesen-Bordell vom Rotlichtkönig Wollersheim

“Wir sind nicht der Puff von Düsseldorf“ - Anwohner und Politiker laufen Sturm gegen die Bordell-Pläne von “Rotlichtkönig“ Bert Wollersheim im Düsseldorfer Stadtteil Rath. Das Unternehmen werde doppelt so groß wie das “Pascha“ in Köln, sagt ein Kommunalpolitiker - und sei wohl nicht mehr zu verhindern. Im Herbst soll das “Oceans“ an der Oberhausener Straße eröffnen.

Die Anwohner sind aufgeregt. Düsseldorfs so genannter „Rotlichtkönig“ Bert Wollersheim lässt gerade im Rather Gewerbegebiet an der Oberhausener Straße ein Luxusbordell bauen.

Aus einer alten, seit vielen Jahren leer stehenden Lagerhalle soll bald ein Großpuff werden – mit mehr als 300 Angestellten, mehreren Saunen, Pools, und, und und.

Luxusbordell "Oceans" soll im Herbst öffnen

Schon in diesem Herbst könnte das Etablissement eröffnen. Der Name steht auch schon fest: „Oceans“ ist als Leuchtschrift auf dem Dach installiert. Viele Bürger laufen seit Wochen und Monaten gegen die Puff-Pläne Sturm. Jetzt hat die Stadt hat für den Außenbereich einen Baustopp verhängt.

Innerhalb des 4000 Quadratmeter großen Gebäudes darf weiter gearbeitet werden. „Doch außen entstehen Dinge, die wir nicht genehmigt haben“, sagte gestern eine Mitarbeiterin des Bauamtes. Gemeint ist ein flacher eigener Bau neben der Toreinfahrt. Der müsse zurück gebaut werden, sonst ging es auf dem Außengelände nicht weiter, so das Amt. Man habe nur Stellplätze genehmigt, sonst nichts.

Bezirksvertreter glaubt nicht mehr an einen kompletten Baustopp

Peter Schumacher sitzt für die SPD in der Bezirksvertretung 6. Er glaubt, dass das Haus, „das ja doppelt so groß wird, wie das Pascha in Köln“, nicht mehr zu verhindern ist – Baustopp hin oder her. „Wir sind hier im Stadtteil vor vollendete Tatsachen gestellt worden“, sagt Schumacher. „Dieses Ding wäre in Oberkassel nie gebaut worden. Aber mit uns in Rath können sie es ja machen. Wir sind doch nicht der Puff von Düsseldorf!“

Kritisch ist der Standort nahe des ISS Dome ohnehin, da sich mit dem alten Teil der Theodorstraße in unmittelbarer Nähe schon ein sozialer Brennpunkt befindet. Nebenan liegt zudem das Schaustellergelände, das vor anderthalb Jahren durch eine Razzia bei einer kriminellen Großfamilie in die Schlagzeilen geriet.

Erster Bauantrag vor drei Jahren

Vor drei Jahren wurde für das leer stehende Lagergebäude an der Oberhausener Straße 17 ein Bauantrag für einen „FKK- und Saunaclub inklusive gewerblicher Zimmervermietung bordellähnlicher Art“ gestellt. Dafür gab’s von der Verwaltung auch eine Genehmigung.

Wenig später der zweite Bauantrag: In die hohen Räumlichkeiten soll eine Zwischendecke eingebaut werden, um die „Horizontal-Gewerbefläche“ quasi zu verdoppeln. Doch so etwas sei dort wegen des „eng benachbarten Wohngebiets und der höherwertigen gewerblichen Nutzungen an der Theodorstraße“ unerwünscht, hieß es damals in der Bezirksvertretung.

Stadtteilpolitiker nickten Vorlage ab

Die Stadtteilpolitiker nickten die Vorlage damals mit breiter Mehrheit ab „Und eine weitere Bauanfrage haben wir nie gesehen“, sagt Schumacher, spricht von einer „Schweinerei sondergleichen“ und meint, hier gebe die Verwaltung ein „sehr schlechtes Bild ab“.

Viele Anwohner fürchten nun, dass das Viertel rund um die Oberhausener Straße noch mehr verkommt als ohnehin schon. Angelika Laas von der „Bürgerinitiative für soziale Ausgewogenheit in Rath“, sagt: „Alle Bemühungen, Rath nach vorne zu bringen, werden durch so etwas zunichte gemacht.“
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RP 02.08.2014
Rather Politiker wehren sich gegen Bordell-Neubau

Die Lokalpolitiker in Rath fühlen sich bei der Genehmigung eines Luxus-Bordells an der Oberhausener Straße übergangen und fordern Aufklärung über die Hintergründe.

"Wir stellen jetzt eine Anfrage, um zu erfahren, warum das Bordell in dieser Größe genehmigt wurde und warum die Bauanfragen und deren Genehmigungen nicht zuerst der Bezirksvertretung vorgelegt wurden", sagt Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel, die auch Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Rath ist.

Die Bezirksvertretung 6 hatte von den Bordellplänen erst erfahren, als bereits der Innenausbau der ehemaligen Gewerbehalle im vollen Gang war. Hier will Düsseldorfs einstige Rotlichtgröße Bert Wollersheim einen Erotik-Betrieb der Luxus-Kategorie auf 4000 Quadratmetern einrichten. Aus seinem früheren Betrieb an der Rethelstraße hatte sich Wollersheim zurückgezogen, nachdem er im Zusammenhang mit Betrugsvorwürfen verhaftet worden war. Seine früheren Geschäftspartner stehen derzeit vor Gericht, er selbst wurde nicht angeklagt.

Unterdessen ist in Rath festgelegt worden, dass in dem Gebiet keine weiteren Vergnügungsstätten, Bordelle und bordellartige Betriebe entstehen dürfen. Die Lokalpolitiker hatten die entsprechende Aufstellung eines Bebauungsplans gefordert. "Damit wird eine Rotlichtmeile an dieser Stelle unterbunden", sagt Pantel.

Auch die Erweiterung bestehender Bordelle ist demnach nicht zulässig. Deshalb wurde auch ein Baustopp für die Arbeiten im Außenbereich des geplanten Luxus-Bordells durch das Bauaufsichtsamt verhängt. Die begonnenen Arbeiten waren nicht genehmigt. Dort sind laut Medienberichten unter anderem ein beheiztes Schwimmbecken und eine Wasserlandschaft mit Jacht und Helikopter geplant. "Wir wissen, dass der Investor nun einen Antrag für den Außenbereich gestellt hat, um im Nachhinein die bereits durchgeführten Arbeiten zu legalisieren. Dagegen werden wir uns wehren", sagt Pantel.

Voraussichtlich schon im Herbst will Wollersheim den Betrieb mit 300 Mitarbeitern eröffnen. Bürger befürchten, dass darunter das Image des Stadtteils weiter leiden wird. Kritisch ist der Standort zudem, da sich mit dem alten Teil der Theodorstraße in unmittelbarer Nähe schon ein sozialer Brennpunkt befindet.
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RP 12.08.2014
Abgeordnete besucht Wollersheims Bordell-Baustelle

Über das geplante Luxus-Etablissement in Rath ließ sich Sylvia Pantel (CDU) von Bordellbetreiber Bert Wollersheim persönlich informieren. Besprochen wurde auch der Bau eines Swimmingpools ohne Genehmigung der Stadt.

Die Begegnung in der riesigen ehemaligen Fabrikhalle, in der sich die teure Ausstattung des geplanten Bordells bereits ablesen lässt, war durch Freundlichkeit geprägt. Denn so konnten die CDU-Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel und Bordellbetreiber Bert Wollersheim ihre unterschiedlichen Interessen am besten verfolgen: Pantel wollte möglichst viele Einzelheiten über das geplante Etablissement an der Oberhausener Straße erfahren, um Nachteile für die Nachbarn und den gesamten Stadtteil Rath abschätzen zu können. Wollersheim wollte das Luxusbordell möglichst schön und harmlos darstellen, um Kritikpunkte zu entschärfen und den Betrieb nicht zu gefährden.

Denn Rather Bürger und die Politiker wehren sich gegen das Bordell in einer ehemaligen Produktionshalle, das zurzeit eingerichtet wird und laut Wollersheim Ende September eröffnet werden soll. Sie sind verärgert, dass sie weder von der Bauvoranfrage noch vom Bauantrag durch die Stadtverwaltung unterrichtet worden waren, "obwohl dies das Verfahren vorsieht", sagte Pantel und nennt das Verhalten der Verwaltung intransparent. Deshalb stellt die zuständige Bezirksvertretung auch eine Anfrage an die Verwaltung für die kommende Sitzung. "Wir wollen Hintergründe wissen und besprechen, ob Nachteile für den Stadtteil entstehen", sagte Bezirksvorsteher Ralf Thomas (SPD), der auch am Treffen teilnahm.

Eine schummerige Rotlicht-Ecke soll das Bordell nicht sein, betonte Wollersheim und hob deshalb die edlen Materialien für den Wellness-Bereich hervor, betonte den Einsatz vor regenerativen Energien für Warmwasser und Strom, sprach vom schicken Restaurant und der Bühne, "auf der die Damen nicht unbekleidet tanzen werden". Die Besucher zahlten jeweils 50 Euro Eintritt - sowohl Damen, die Liebesdienste anbieten wollen, als auch die männlichen Besucher. Wenn sie mehr miteinander erleben wollen, stehen für sie 28 große, den gängigen Phantasien entsprechend üppig ausgestattete Zimmer zur Verfügung. "Was dort gezahlt wird, geht das Haus nichts an. Das finanziert sich durch den Eintritt", so Wollersheim.

Er rechnet mit 300 männlichen Besuchern pro Tag ab 10 Uhr bei Öffnung des Wellness-Bereichs bis tief in die Nacht bis zur Schließung des Restaurantbereichs. Die Finanzierung des Bordells bleibt im Dunkeln. Auf Nachfrage Pantels wollte Wollersheim die Investoren nicht nennen. Als Betreiber werde wohl eine GmbH firmieren, er selbst habe nur für die Investoren die Leitung übernommen.

Mögliche Folgen für den Stadtteil sprach Pantel an: Zusätzlicher Straßenstrich an der Oberhausener Straße, Zuhälterei, wachsende Kriminalität und ein schlechter Ruf für das als sozial benachteiligt geltende Rath. Das alles will Wollersheim verhindern: "Die Vorgaben der Stadt sind bindend." Zweifel an der Kooperation lässt allerdings ein Swimmingpool im Außenbereich aufkommen, der trotz Verbots der Stadt gebaut worden war. "Das ist ein eindeutiger Verstoß, der Pool muss verschwinden", so Pantel.
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RP 28.08.2014
Stadt: Größeres Bordell verhindert

Das große Luxus-Bordell, das zurzeit an der Oberhausener Straße in Rath gebaut und Ende September eröffnet werden soll, hätte nicht verhindert werden können. Zum Zeitpunkt der Bauvoranfrage war in dem Industriegebiet laut Bebauungsplan auch die Einrichtung von Bordellen und bordellartigen Betrieben zulässig.

Das erläuterte gestern die Stadtverwaltung in der Bezirksvertretung 6. Deren Mitglieder hatten sich bei der Genehmigung des Umbaus einer ehemaligen Industriehalle zum Luxus-Bordell übergangen gefühlt, schlossen eine bewusste Täuschung der Verwaltung nicht aus. Einige der Lokalpolitiker hatten von den Bordellplänen erst erfahren, als bereits der Innenausbau im vollen Gang war.

Dass die Bezirksvertretung nicht zu den Umbauplänen gehört worden sei, habe daran gelegen, dass sie gar nicht zuständig sei, da für den Umbau keine Ausnahmegenehmigungen erforderlich waren, erklärte die Stadt. Ein inzwischen neu aufgestellter Bebauungsplan hat aber eine nachträglich beantragte erhebliche Vergrößerung des Betriebs verhindern können. So wollte der Investor des Etablissements sich noch weitere Zimmer genehmigen lassen. Das konnte ihm nun untersagt werden. Gestoppt wurde mit dem neuen Plan auch der Bau von nicht genehmigten Außenanlagen, wie einem Swimmingpool, Terrassen und einem Naturteich. Was davon bereits steht, muss nun zurückgebaut werden.

"Eine Erweiterung der Anlagen kann aufgrund des neuen Bebauungsplanes nicht mehr genehmigt werden", sagt die Stadt. Der Behörde liege aber ohnehin kein nachträglicher Bauantrag für den Außenbereich vor. Mit den neuen Vorgaben können künftig auch weitere ähnliche Betriebe wie FKK- oder Saunaclubs in der Umgebung verhindert werden.

So hatten Bürger und Politiker bisher befürchtet, dass im Umfeld der Oberhausener Straße eine Rotlicht-Meile entstehen könnte. Insgesamt hat das Bordell nun eine Nutzfläche von rund 2200 Quadratmetern, davon entfallen 600 Quadratmeter auf die 18 Bordellzimmer, jeweils 375 Quadratmeter auf den Sauna- und Gastrobereich und 750 Quadratmeter auf den Wellnessbereich. Hinzu kommen auf dem Grundstück noch rund 80 Parkplätze für Kunden.
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Oceans offiziell genehmigt

#4

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NRZ 18.10.2014
Neues Großbordell soll in wenigen Tagen in Düsseldorf öffnen

Während die Bordelle an der Rethelstraße bereits dicht sind, wird bald woanders in Düsseldorf das Rotlicht wieder angeknipst – im Großbordell in Rath. Das Etablissement namens „Oceans“ soll am 23. Oktober öffnen. Die Anwohner haben Angst, dass das Haus doppelt so groß wird wir das „Pascha“ in Köln.

Das Freudenhaus namens „Oceans“ mit 4000 Quadratmetern „Nutzfläche“ auf zwei Etagen und 300 Mitarbeitern soll, so planen es die Macher ums Düsseldorfs Halbweltkönig Bert Wollersheim, in einer Woche öffnen.

Allerdings stand am Freitag noch eine Abschlussabnahme durch das Bauamt auf dem Programm. „Ob die Nutzung tatsächlich aufgenommen werden kann, hängt vom Zustand vor Ort sowie dem Ergebnis der erforderlichen Sachverständigenprüfungen ab“, hieß es in der Stadtverwaltung auf Anfrage der Redaktion.

Noch nicht alle Fragen rund um das Bordell geklärt
Vor mehr als drei Monaten hatte die Stadt einen Baustopp für den Außenbereich des Bordells verhängt. Innerhalb des Gebäudes durfte weiter gearbeitet werden, doch neben dem Haus entstanden Dinge, die nicht genehmigt waren: eine Vorrichtung für einen Swimmingpool, eine Terrassenanlage, eine Vorrichtung für einen Naturteich. Man habe nur Stellplätze genehmigt, sagte seinerzeit eine Mitarbeiterin der Bauaufsicht. Die illegal errichteten Anlagen sind inzwischen jedoch zurückgebaut und abtransportiert worden.

Fraglich ist, ob in einer Woche – sollte das Etablissement dann wirklich die ersten Kunden empfangen – neben horizontalen Dienstleistungen auch Getränke und Speisen angeboten werden. Denn laut Antrag der Betreiber vom 29. September sollen Speisen und Getränke in vollem Umfang abgegeben werden. Eine Gaststättenkonzession sei allerdings noch nicht vergeben, teilte das Ordnungsamt mit.

Proteste gegen neues Bordell in Düsseldorf
Gut möglich, dass der Ortstermin auch wieder die Bordellgegner im Stadtteil auf den Plan ruft. Die seit vielen Monaten andauernden Proteste gegen das neue Düsseldorfer Sex-Zentrum gingen zuletzt unvermindert weiter. Peter Schumacher, der für die SPD im Stadtteilparlament der BV 6 sitzt, sagte bereits vor Monaten: „Dieses Ding wäre in Oberkassel nie gebaut worden. Wir sind doch nicht der Puff von Düsseldorf!“

Pachtvertrag aufgelöst - Wollersheim-Ära geht zu Ende
Indes geht Wollersheims Ära an der Rethelstraße in Düsseltal zu Ende. Die sogenannten Edel-Bordelle an den Hausnummern 73, 75 und 77 haben geschlossen. Die Eigentümergesellschaft hat den Pachtvertrag mit den Betreibern gekündigt. Die Schließung der Bordelle wurde vom Eigentümer vergangene Woche offiziell bestätigt. Als Grund nannte er einen beiderseits einvernehmlich aufgelösten Pachtvertrag, weil das Geschäft neu aufgestellt werden soll.

Der bisherige Betreiber und mehrere Mitarbeiter von der Rethelstraße stehen derzeit vor Gericht, weil sie Bordellgäste angeblich mit K.O.-Tropfen betäubt und in Zuge dessen Kreditkarten-Betrug begangen haben sollen. Der Prozess hat das bislang jedoch noch nicht eindeutig bestätigt.

In Rath haben die Anwohner Angst, dass das neue Bordell doppelt so groß wird wie das „Pascha“ in Köln. Viele Anwohner fürchten, dass das Viertel nahe dem ISS Dome noch mehr verkommt als ohnehin schon. Der Standort ist seit Jahren kritisch, weil sich mit dem alten Teil der Theodorstraße in unmittelbarer Nähe bereits ein sozialer Brennpunkt befindet. Nebenan liegt das weitläufige Schaustellergelände, das vor knapp zwei Jahren im Rahmen einer Razzia bei einer kriminellen Großfamilie in die Schlagzeilen geriet.
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NRZ 28.10.2014
Düsseldorfs neues XXL-Bordell ist offiziell genehmigt

Jetzt ist es amtlich: Das „Oceans“, Bert Wollersheims neues Luxus-Bordell, wurde von der Stadt Düsseldorf offiziell genehmigt. Wenn die letzten Lizenzen eintreffen, soll das “Oceans“ eröffnen. Die Anwohner protestieren gegen das Etablissement, das größer ist als das Kölner Pascha.

„Fürchtet euch nicht“ hieß es über Jahre hinweg eindeutig zweideutig über den Etablissements von Bert Wollersheim an der Rethelstraße. Dort wurde jedoch inzwischen das rote Licht ausgeknipst. Bert Wollersheims nächstes Großprojekt steht jetzt kurz vor der Vollendung: In Rath wurde das Großbordell „Oceans“ offiziell von der Stadt abgenommen. Auf der amtlichen Bauabnahme-Bescheinigung wird die umgebaute Lagerhalle liebevoll umschrieben: „Ein FKK- und Saunaclub mit Gastronomie- und Wellnessbereich, gewerbliche Zimmervermietung bordellähnlicher Art“.

Genauer gesagt: An der Oberhausener Straße entsteht eine Luxus-Oase mit fünf Saunen, türkischem Bad, Salzgrotte, Hubschrauber-Landeplatz, Table-Dance-Bar und Kino. Bis zu 200 Damen sollen hier für die Kunden zur Verfügung stehen, damit übertrifft das Oceans sogar das Pascha in Köln. Die übrigen Bedürfnisse sollen mit einer Sterneküche und einem edlen Weinkeller gestillt werden. Die Lizenz der Gaststätten-Konzession steht allerdings noch aus. Wenn sie da ist, kann die Sause in Rath beginnen.

Anwohner protestieren gegen das Großbordell

Vor knapp vier Monaten hatte die Stadt einen Baustopp für den Außenbereich des „Oceans“-Puff verhängt. Innerhalb des Gebäudes durfte weiter gearbeitet werden, doch neben dem Haus entstanden Dinge, die nicht genehmigt waren: eine Vorrichtung für einen Swimmingpool, eine Terrassenanlage, eine Vorrichtung für einen Naturteich. Man habe nur Stellplätze genehmigt, sagte seinerzeit eine Mitarbeiterin der Bauaufsicht.

Das Paradies für Freier wird von den Anwohnern nicht gut aufgenommen: Seit Monaten protestieren sie gegen die Eröffnung des Großbordells. Peter Schumacher, SPD-Mitglied im Stadtteilparlament, bringt es auf den Punkt: „Wir sind nicht der Puff von Düsseldorf.“

Mit dem Amtsstempel unter den Papieren dürfe der Protest jedoch vergeblich sein. Sobald die letzten Lizenzen eintreffen, wird Wollersheim sein "Oceans" eröffnen – sicherlich mit einer Party, die für manchen Anwohner die Grenzen des guten Geschmacks sprengen dürfte.
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RP 01.11.2014
Tag der Offenen Tür beim Wollersheim-Bordell

Das umstrittene Bordell an der Oberhausener Straße, für das Bert Wollersheim agiert, darf öffnen. Beim Tag der Offenen Tür am Dienstag können sich Anwohner ein Bild vom "Oceans" machen.

Das Bordell hat nun eine Betriebs-und Ausschankerlaubnis erhalten. Die Mängel sind beseitigt worden, nun soll das "Oceans" in Rath am kommenden Mittwoch eröffnen.

Wollersheim kündigte einen Tag der Offenen Tür am Dienstag in den Räumen an, damit sich die Anwohner ein Bild machen können.

Die Stadt hatte vor rund drei Monaten einen Baustopp für die Außenanlagen verfügt, weil Genehmigungen fehlten. Wollersheim, der im Auftrag von nicht genannten Investoren arbeit, rechnet mit rund 300 Freiern am Tag.
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RP 04.11.2014
In Rath geht jetzt das Rotlicht an

Bei einem Tag der Offenen Tür stellt Bert Wollersheim das neue Großbordell den Nachbarn vor. Am Mittwoch ist Eröffnung.

Eigentlich saß Franz Maehs ja schon an der Bar, doch eine Sache, die will er doch noch loswerden. Er geht herüber zu Sabrina Päsch, so etwas wie die Empfangsdame im "Oceans" und zuständig für die "psychologische Betreuung der Mädchen", wie sie ihre Aufgabe beschreibt.

"Was ist mit den Wahnsinnigen", fragt er, was also, wenn einer kommt, und ein "Mädchen verhauen oder umbringen will?" Ja, puh, es gebe ja einen Sicherheitsdienst hier, sagt Frau Päsch, die sich eigentlich Sabrina Ceccherini nennt, ein Buch über ihr Leben als Stewardess geschrieben hat und einige Jahre mit dem Leadsänger der Punkband Fehlfarben zusammen war. Maehs macht sich ernsthaft Sorgen. Ob man nicht besser einen Alarmknopf in den Zimmern angebracht hätte, für den Notfall. Päsch schüttelt den Kopf.

Viele Fragen bleiben an diesem Tag der Offenen Tür im neuen Großbordell in Rath. Etwa die, woher das Geld kommt, mit dem der Umbau des Gebäudes finanziert wurde, oder was das Ganze gekostet hat. Bert Wollersheim, der freundlich Nachbarn und — sagen wir mal — Geschäftsfreunde begrüßt, jeden herumführt und sich fotografieren lässt, antwortet dann, dass ja auch die Bundestagsabgeordnete für den Düsseldorfer Norden, Sylvia Pantel, hiergewesen sei. Das hört sich dann so an, als habe Pantel ihren Segen gegeben, alles überprüft, aber natürlich ist das Quatsch. Man weiß nicht viel über die Leute im Hintergrund, klar ist, dass sie ziemlich viel Geld in die Hand genommen haben, um den Laden auszustatten.

Der ist groß, üppig und sehr direkt. Ein riesiger Barbereich mit weißen Sofas und Lounges. Eine Showbühne mit goldenen Tanzstangen, Fliesen in Metalloptik, Wandgemälde mit barbusigen, lasziv blickenden Frauen, die unter akutem Männermangel zu leiden scheinen. In einer Ecke stehen Skulpturen, die ebenfalls nackte Frauen darstellen, golden und perlmuttfarben, Sauna, Dampfbad, Hamam, Salzgrotte, nur ein Pool fehlt. Den wollte Wollersheim ja draußen haben, doch, weil er keine Genehmigung hatte, musste er in wieder zuschütten. Deshalb sind die Außenanlagen auch noch nicht fertig, "ist ja eh jetzt Winter", sagt er.

Eine Soziologiestudentin ist mit ihrer Mutter und der 78-jährigen Oma gekommen. Sie sei noch nie in einem Bordell gewesen, sagt die Frau, die sich von einer Service-Kraft führen lässt. Außer bei ihrer Besichtigung von Pompeji. Da habe sie Ruinen gesehen. Auch Iris Lieb, die mit ihrer Freundin Doris Schneider nach Rath gekommen ist, zeigt sich beeindruckt. Unbedingt wollten die Frauen das einmal sehen. Wollersheim zeigt ihnen die Zimmer, in denen sich die Prostituierten mit den Freiern zurückziehen sollen.

Es kommen viele Frauen zum Tag der Offenen Tür. Sie schlendern durch den Barbereich, bewundern die Salzgrotte und die Sauna, öffnen die Türen zum Massagebreich und werfen einen Blick in den Kinosaal, wo Matratzenlager zum Stelldichein bitten. Dunkel ist es, klar, doch eigentlich könnte der Laden auch eine Diskothek sein, "viel besser wäre das", sagt etwa Bettina Skaletz, die 400 Meter entfernt wohnt. Frau Skaletz sorgt sich natürlich ein wenig. Darum, dass das Bordell kriminelles Milieu anzieht, Drogen, Straßenstrich, das alles. "Wenn hier einfach nur der Betrieb läuft, habe ich aber nichts dagegen", sagt sie.

Wollersheim lässt sich derweil von Fans fotografieren. Dann ein bisschen Smalltalk: Es geht um den Prozess, der ja immer noch am Landgericht läuft. "Schön, dass sie nichts damit zu tun hatten, Herr Wollersheim," muntert ihn ein Herr im beigen Parka auf. "Passen Sie mal auf. Da kommt nichts bei raus. Hier wurden nur Existenzen zerstört", antwortet der. Seine Frau soll er schön grüßen, doch die ist inzwischen auch schon da. Sophia Vegas Wollersheim posiert an einer Lichtsäule im Barbereich für Fotografen, hohe Schuhe, ein bemitleidenswert kleines Hemdchen, blondiert.

Ein paar Männer an der Bar freuen sich über die Aktion, sie haben ansonsten ja auch alles gesehen. Bis auf "die Mädchen", die kämen morgen, sagt Wollersheim. Man weiß nicht, woher die rund 200 Frauen kommen, die hier "selbstständig" anschaffen sollen. Draußen stehen Autos, die auf ähnliche Clubs in NRW hinweisen. Und welche mit osteuropäischen Kennzeichen.
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Kulturreihe im Bordell

#6

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RP 15.07.2015
Neue Kulturreihe im Bordell

Man mag mit einem FKK- und Sauna-Club allerlei Gedankengut verbinden. Kultur gehört wohl eher nicht dazu. Das "Oceans" in Düsseldorf-Rath möchte gängigen Rotlicht-Vorstellungen entgegensteuern und beginnt morgen mit einer Veranstaltungsreihe, dem Club "Culture Love". Untertitel: "Kultur zu Liebe". Bei der Premiere vertraut man auf Literatur - gelesen wird aus der Gesellschaftssatire "Nie wieder arm".

er frühere WDR-Redakteur Wolfgang Frings baute seinen Erstling um wahre Begebenheiten auf. Im Mittelpunkt steht eine schillernde Figur: Kai van Bargen, Ex-Chef von "Antenne Düsseldorf" und Ex-Pressesprecher des Henkel-Konzerns, verurteilt zu einer mittlerweile verbüßten Gefängnisstrafe wegen Betrugs.

Der Brückenschlag zwischen Buch und Bordell ist plausibel, ein Kapitel spielt in einem inzwischen geschlossenen Etablissement in der Rethelstraße. Die Idee hatte der Airbrush- und Crossmedia-Künstler Joe Brockerhoff, als er das "Oceans" mit monumentalen freskoähnlichen Malereien ausschmückte. Der ehemalige Philosophie-Student und Beuys-Schüler entwickelte "Culture Love" - der ungewöhnliche Veranstaltungsort wird ihm Aufmerksamkeit bescheren. Er selbst findet, gerade an einem Ort wie einem Bordell müsse Platz geschaffen werden für Unkonventionelles, Experimentelles und Nicht-Normatives aus allen Sparten der Kunst.

Nach der ausgebuchten Lesung mit Wolfgang Frings gibt es im August eine Fotografie-Aktion mit Jörg Paul Janka und Christian Konrad, deklariert als "Echtzeit-Porträt-Performance mit Publikumsrückwirkung". Im September präsentiert Lüpertz-Schüler Arnim Tölke "performatives Aktzeichnen mit Motiv-Rotationen". An allen Abenden ist auch Künstler Joe Brockerhoff zugegen.

"Wir haben seine Anregung begeistert aufgenommen", sagt Wolf-Edgar Schreifels, Prokurist des "Oceans"-Betreibers DPG. "Jetzt sind wir gespannt, welches Publikum wir begrüßen können." Wie schon am Tag der offenen Tür im Herbst vergangenen Jahres rechnet er mit Besuchern, die es aus purer Neugier in das Bordell zieht. "Damals ergaben sich gute Gespräche", sagt Schreifels. Man habe manches Vorurteil entkräften können.
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Rabatt für Beamte

#7

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RP 24.11.2016
Düsseldorfer Bordell bietet Rabatt für Beamte

Immer Sonntags und Montags müssen Beamte weniger Eintritt für ein Düsseldorfer Luxusbordell bezahlen – gegen Vorlage des Dienstausweises. Jetzt warnt der Deutsche Beamtenbund: Wer das pikante Angebot annimmt, könnte Schwierigkeiten bekommen.

Immer sonntags und montags müssen Beamte weniger Eintritt für ein Düsseldorfer Luxusbordell bezahlen — gegen Vorlage des Dienstausweises. Jetzt warnt der Deutsche Beamtenbund: Wer das pikante Angebot annimmt, könnte Schwierigkeiten bekommen.

Wellnessbereich, Restaurant, Bar und natürlich viele Zimmer für intime Dienstleistungen — damit wirbt ein Düsseldorfer FKK-Club auf seiner Internetseite. Aber das ist noch nicht alles.

So gibt es spezielle Sonderangebote für Junggesellenabschiede. Taxifahrer und Rentner wiederum müssen sonntags und montags nur 40 statt 50 Euro Eintritt zahlen, wenn sie sich ausweisen können.

Dasselbe Angebot gilt auch für Beamte. Sie müssen ihren Dienstausweis vorlegen, wenn sie den Rabatt in Anspruch nehmen wollen.

Ein Mitarbeiter des Etablissements sagte unserer Redaktion, dass Beamte eine "große regionale Gruppe" bilden, die der Club mit der Aktion ansprechen will. Ob Beamte aber auch tatsächlich eine große Kundengruppe bilden, wollte er aus Diskretionsgründen nicht sagen.

Das Angebot ist für Beamte durchaus problematisch. Zwar dürfen Beamte Geschenke im Wert von zehn Euro annehmen, doch einen Dienstausweis darf man nicht für private Zwecke einsetzen. Das sagt Johanna Muschalik, Sprecherin des Deutschen Beamtenbundes (DBB) in NRW.

Darüber hinaus gibt es noch ein weiteres Problem mit dem Rabatt gegen Vorlage des Dienstausweises. "Jeder Beamte müsste sich sehr gut überlegen, ob er nicht in den Verdacht der Vorteilsnahme geraten kann", sagt Muschalik.

Berufsverband der Sexarbeiter kennt keine ähnlichen Angebote

Denkbar wäre etwa der Fall eines Ordnungsamtsmitarbeiters, der das Bordell besucht, den Preisnachlass bekommt - und einige Tage später im gleichen Etablissement eine Personenkontrolle machen soll.

Ob eine Strafe droht, hänge vom Einzelfall ab, sagt die Sprecherin des DBB. Liegt tatsächlich ein Fall von Vorteilsannahme vor, droht Beamten eine Geld- oder Haftstrafe.

Undine de Rivière vom Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen kennt solche Angebote nicht. "Das ist schon ungewöhnlich", sagt sie. Ob unter Bordellbesuchern allgemein besonders viele oder besonders wenige Beamte seien, könne sie nicht einschätzen. "Oft wissen wir gar nicht, was unsere Kunden beruflich machen."
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#8

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RP 17.10.2017
Viel heiße Luft wegen Hells-Angels-Verbotsschild vor Bordell

Vor einem Jahr verhängten die Betreiber des Düsseldorfer Bordells "Oceans" ein Rocker-Verbot. Eine anonyme Anzeige deswegen hätte sie fast in Schwierigkeiten gebracht - doch die Staatsanwaltschaft winkt bereits wieder ab.

Im "FKK Club Oceans" im Düsseldorfer Norden hat man keine Lust auf Besuch von Rockern. Deswegen machte das Bordell Ende 2016 öffentlich: Mitglieder der Hells Angels müssen draußen bleiben. "Kein Zutritt für Personen, die aggressives Verhalten aufweisen, in irgendeiner Form mit Zuhälterei in Verbindung stehen, in irgendeiner Form mit Rockerclubs in Verbindung stehen, insbesondere den Hells Angels Turkey", konnten potentielle Kunden auf großen Bannern im Eingangsbereich lesen. Und daneben prangte ein durchgestrichenes Hells-Angels-Logo.

Genau wegen dieses Logos gab es jetzt Ärger: Bei der Polizei ging eine anonyme E-Mail ein, die darauf hinwies, hier werde ein verbotenes Logo gezeigt. Die Ermittlungsbehörden legten dem Bordell-Betreiber daraufhin nahe, das Logo doch lieber abzukleben - was dieser auch tat.

Nach erneuter Prüfung hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf jetzt aber die heiße Luft aus der Angelegenheit herausgelassen: Logos verbotener Organisationen dürfen nämlich durchaus gezeigt werden - wenn klar wird, dass man diese Organisation ablehnt und nicht bewirbt. Das hat der Bundesgerichtshof 2007 festgestellt, als es um den Handel mit Anti-Nazi-Symbolen ging. Dass die entsprechende Regelung hier angewandt wird, bestätigte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage unserer Redaktion. Das Bordell wird seine Banner also weiterhin mit durchgestrichenem Hells-Angels-Logo aufstellen dürfen.
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Oceans Razzia

#9

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Express 21.10.2019
Mordanschlag vereitelt - Brutaler Krieg im Rocker-Milieu – Razzia in Düsseldorfer Puff

Das Rocker- und Bordellmilieu im Rheinland: Es herrscht wieder Krieg. Die Polizei hat am Montag in Mülheim/Ruhr vermutlich einen Mordanschlag auf einen 32-Jährigen verhindert. Sechs Männer wurden festgenommen. Das berichtete die Polizei.

Am späten Montagabend wurde zudem ein Düsseldorfer Großbordell nach Waffen durchsucht.

Rockerkrieg im Rheinland: Festnahmen in Mülheim an der Ruhr
Am Montag wurden von der alarmierten Polizei in Mülheim an der Ruhr sechs Männer in einem schwarzen Kleinbus festgenommen. Im Wagen wurden eine scharfe Waffe, Baseballschläger und Stichwaffen gefunden. Am Montagabend fuhren an der Oberhausener Straße in Düsseldorf mehrere Streifenwagen vor. Ihr Ziel: das Großbordell „Oceans“ und die Suche nach Waffen.

„Oceans“ in Düsseldorf: Rocker-Aussteiger unter Polizeischutz

Der 32-jährige Rocker-Aussteiger und frühere Mitarbeiter des „Oceans“, der wie seine Frau (35) bereits unter Polizeischutz stand, zum EXPRESS: „Die wollten mich töten.“ Seine 35-jährige Frau: „Die hatten auch eine Waffe auf mich gerichtet, zwei Stunden zuvor.“

Denn am späten Sonntag-Abend hatten die Männer bereits einen Überfall auf ein Café in Mülheim geplant, das der 32-Jährige betreibt. Direkt danach fuhren sie weiter zum Wohnhaus des 32-Jährigen. Dabei wurden sie aber mit einer Waffe in der Hand von einem Zeugen beobachtet, der die Polizei alarmierte.

Mehrere Streifenwagen kreisten den schwarzen Kleinbus im Vorort Dümpten ein. Das Sextett wurde festgenommen, es bestreitet nach EXPRESS-Informationen einen Mordanschlag auf den 32-Jährigen geplant zu haben.

Rockerkrieg: Mordanschlag in Düsseldorf war Racheakt
Ein Polizeisprecher bestätigte EXPRESS den Zusammenhang zwischen den Vorfällen in Mülheim und der Razzia in Düsseldorf. Zu den weiteren Hintergründen hat sich die Polizei bislang nicht äußern wollen.

Nach EXPRESS-Informationen soll es sich jedoch um einen Racheakt gegen den 32-Jährigen handeln, der sich von der Rocker- und Bordell-Szene abgewendet hatte und „Frieden stiften“ wollte.
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RP 22.10.2019
Razzia in Düsseldorfer Großbordell Oceans

Im Zusammenhang mit der Festnahme von sechs Männern in Mülheim an der Ruhr ist das Großbordell „Oceans“ von der Polizei durchsucht worden. Dabei sind offenbar Waffen gefunden und ein Ex-Mitglied der Hells Angels bedroht worden.

Nach der Festnahme von sechs Männern in Mülheim an der Ruhr hat die Polizei das Bordell „Oceans“ an der Oberhausener Straße im Stadtteil Rath, durchsucht. Dabei seien drei Luftdruckwaffen sichergestellt worden, sagte ein Sprecher der Polizei Essen am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Der „Express“ hatte zuvor über die Durchsuchung berichtet.Die sechs Männer waren am Montag in einem Mülheimer Wohngebiet festgenommen worden. Die Polizei stellte eine scharfe Pistole sicher. In ihrem Kleinbus fanden die Beamten zudem Schlag- und Stichwaffen sowie Drogen.Medienberichten zufolge sollen die Männer ein Ex-Mitglied der „Hells Angels“, der in dem Bordell gearbeitet haben soll, bedroht haben. Ein Polizeisprecher wollte das am Dienstag weder bestätigen noch dementieren.

Alle sechs Männer seien wieder auf freiem Fuß, teilte die Polizei mit.Ermittelt werde wegen Bedrohung und Verstößen gegen das Waffengesetz. Eine 35 Jahre alte Augenzeugin hatte in der Nacht zum Montag die Polizei alarmiert, nachdem sie beobachtet hatte, wie die sechs Männer aus dem Kleinbus ausgestiegen seien und einer von ihnen eine Waffe in der Hand gehalten habe.Mehrere Streifenwagen hätten den Männern zwischen 29 und 46 Jahren den Weg abgeschnitten und Polizisten die Männer „unter Vorhalt einer Schusswaffe“ aus dem Auto geholt.
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Express 24.11.2019
Nach Razzia in Düsseldorfer PuffAnschlags-Opfer: „Ich fürchte um mein Leben“

Der misslungene Anschlag in Mülheim/Ruhr auf einen 32-jährigen ehemaligen Rocker und Mitarbeiter des Düsseldorfer Großbordells „Oceans“ an der Oberhausener Straße wirft ein bezeichnendes Licht auf die Bordellszene im Land.

Die sechs Festgenommenen, die beauftragt gewesen sein sollen, den 32-Jährigen zu überfallen und möglicherweise auch zu töten, stammen alle aus dem „Oceans“. Das ermittelte die Polizei.

Mittlerweile sind die Männer im Alter von 20 bis 46 Jahren wieder freigelassen worden, obwohl in ihrem Düsseldorfer Vito-Van eine scharfe Waffe, Schlagwerkzeuge, Stichwaffen und Drogen gefunden wurden.

Misslungener Anschlag Mülheim/Ruhr: EXPRESS traf das Opfer
Hinweise, dass auch das Betäubungsmittel Chloroform gefunden wurde, hat die Polizei zunächst nicht bestätigt.Der 32-Jährige wollte nicht mehr für das „Oceans“ arbeiten, nachdem er von einer geplanten Gewalttat gegen einen Rocker erfahren haben soll.

EXPRESS traf sich mit dem Mann, dessen Wohnung unter Polizeischutz steht, an einem geheimen Ort.

Er sagt: „Ich fürchte um mein Leben. Es gab schon einmal Anschläge mit einer Schusswaffe auf mich und meine Frau. Ein Auftraggeber glaubt, ich sei eine Gefahr für ihn. Fakt ist, dass auf mich Leute angesetzt sind. Die festgenommenen und bewaffneten Männer waren auf dem Weg zu meiner Wohnung. Die Polizei hat ihre Absicht jedoch vereitelt, weil eine Zeugin die Männer mit einer Waffe sah.“

Misslungener Anschlag Mülheim/Ruhr: Polizei durchsucht „Oceans“
Die Polizei durchsuchte am Montagabend das „Oceans“ in Düsseldorf, fand Gas- und Schreckschusswaffen. Der 32-Jährige: „Es wurde auch eine scharfe Glock-Pistole in einem Auto auf dem Parkplatz gefunden.“ Die Polizei bestätigte und dementierte das nicht.

Im Bordell-Bereich herrscht ein gnadenloser Macht- und Gebietskampf um und gegen Rockereinflüsse aber auch gegen „Abtrünnige“, die den oft türkischstämmigen Chefs nicht widerspruchslos folgen. Im Fall Düsseldorf stammen die „Investoren“ aus dem Ruhrgebiet und sind polizeibekannt.

EXPRESS erfuhr aus Polizeikreisen: „Der 32-Jährige ist in hohem Maße gefährdet, wir sind gut aufgestellt.“
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Oceans Razzia - Vorwürfe - Freispruch

#10

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RP 05.11.2021
Freier in Düsseldorfer Bordell erpresst?

Mit einem Großaufgebot hat die Polizei am Donnerstag ein Bordell in Rath durchsucht. Ein Freier soll dort angeblich beim Sex gefilmt und um einen hohen Geldbetrag erpresst worden sein.

Bei einer Razzia hat die Polizei am Donnerstag das Großbordell „Oceans“ in Rath durchsucht. Es gehe um den Verdacht der Erpressung, sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft am Freitag. Ermittelt werde gegen einen 41-Jährigen. Bei der Durchsuchung des FKK-Clubs seien Beweismittel wie Datenträger zur Auswertung mitgenommen worden. Zu dem konkreten Tatvorwurf äußerte sich der zuständige Staatsanwalt zurückhaltend – schließlich handele es sich nur um eine Durchsuchung, Haftbefehle wurden nicht vollstreckt.

Nach Angaben der „Bild“-Zeitung soll in dem Bordell ein Freier mit versteckter Kamera beim Sex gefilmt und dann mit den Aufnahmen um einen sechsstelligen Betrag erpresst worden sein. Darum sei bei der Durchsuchung vor allem nach Kameratechnik, Videoaufzeichnungen und Wanzen gesucht worden. Dies wollte die Staatsanwaltschaft weder bestätigen noch dementieren. An dem mehrstündigen Einsatz waren mehr als 100 Polizisten, unter anderem vom Landeskriminalamt, beteiligt.

Das Oceans ist in Düsseldorf als „Luxus-Bordell“ bekannt. 2014 hat der Club, der mit Junggesellenabschieden in der Champagner-Lounge und mit Tabledance-Einlagen wirbt, in einer Lagerhalle an der Oberhausener Straße eröffnet – damals unter Beteiligung von Bert Wollersheim. Der Rotlichtkönig warb für das Etablissement und zeigte sogar Sylvia Pantel, damals Bundestagsabgeordnete für den Düsseldorfer Norden, die Baustelle in Rath. Ein halbes Jahr später zog er sich aus dem Geschäft zurück.

In den vergangenen Jahren stand das Bordell immer wieder im Visier der Polizei. Nach einem angeblichen Anschlagsversuch auf einen ehemaligen Mitarbeiter im Jahr 2019 wurde der Club schon einmal durchsucht. Dabei sollen drei Luftdruckwaffen sichergestellt worden sein. Zuvor hatte die Polizei in Mülheim an der Ruhr sechs Männer festgenommen, die angeblich den Auftrag hatten, das ehemalige „Hells Angels“-Mitglied zu überfallen. Die Bordell-Betreiber hatten sich zuvor bereits mit den Hells Angels angelegt. Personen, die „in irgendeiner Form mit Rockerclubs in Verbindung stehen“, erteilten sie Hausverbot und verzierten den Aushang mit einem durchgestrichenen Logo der Gruppe.
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RP 22.12.2022
Bordellbesucher heimlich gefilmt und erpresst?

In einem Düsseldorfer Bordell sollen heimlich Videos eines Freiers aufgenommen worden sein. Weil der Mann nicht wollte, dass seine Ehefrau die Bilder sieht, zahlte er einen sechsstelligen Betrag in 50-Euro-Scheinen an den Club-Chef. Der ist nun wegen Erpressung angeklagt.

Szenen wie aus einem besonders schlechten Spielfilm beschäftigen am Dienstag ab 9 Uhr das Amtsgericht. Laut Anklage gegen einen 43-Jährigen soll er als Club-Chef einen Bordellgast vor mehr als vier Jahren heimlich in einem der Separees gefilmt, soll mit diesen Aufnahmen dann 100.000 Euro von dem Kunden erpresst und sogar erhalten haben. Der Staatsanwalt wirft dem Verdächtigen jetzt Erpressung in einem besonders schweren Fall vor.

Arglos, so die Ermittlungen, habe der Besucher Mitte 2018 mit drei Bekannten jenen Sauna-Club aufgesucht. Der Angeklagte soll dort formell zwar nur bis Anfang 2018 als Chef geführt worden sein, habe sich aber auch danach noch weiterhin als Verantwortlicher und Drahtzieher aufgeführt. So gab er laut Anklage damals die Anweisung, diesen Club-Kunden sowie zwei von dessen Begleitern in ein ganz spezielles Zimmer im ersten Stock des Etablissements zu führen. Eine Prostituierte soll diese Anweisung ausgeführt haben. Dabei habe der Angeklagte jenes Zimmer ganz bewusst ausgewählt, weil dort eine versteckte Kamera installiert gewesen sei. Was sich in dem Raum danach abspielte, soll dann in allen Details heimlich aufgenommen worden sein.

Erst, als der Kunde Tage später erneut in jenen Club kam, habe der Angeklagte diese Filmaufnahmen erwähnt und habe dem Kunden sogar einige besonders kompromittierende Szenen der Videoaufnahme vorgeführt. Der 43-Jährige soll dann angekündigt haben, er wolle dafür sorgen, dass auch die Ehefrau des Kunden von diesen Aufnahmen erfahre – wenn der Kunde nicht vorher 200.000 Euro in bar dafür bezahlt. Dem überrumpelten Club-Besucher soll es immerhin gelungen sein, den Angeklagten noch um die Hälfte des Betrages herunter zu handeln. Doch laut Anklage hat er zuletzt im Büro tatsächlich eine Summe von 100.000 Euro in 50-Euro-Scheinen an den Angeklagten übergeben.

Die Strafverfolgungsbehörden gehen offenbar davon aus, dass der jetzt angeklagte 43-Jährige der organisierten Kriminalität zuzurechnen sei. So wurden die Ermittlungen gegen ihn von einer Spezialabteilung der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft geleitet, die als Zentralstelle für die spezielle Verfolgung organisierter Straftaten eingerichtet wurde. Für den Erpressungs-Prozess gegen den 43-Jährigen hat das Amtsgericht bisher nur einen Verhandlungstag reserviert.
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RP 20.12.2022
Waren die heimlichen Videos im Bordell nur erfunden?

Weil er Freier beim Liebesspiel in seinem Bordell Oceans in Düsseldorf gefilmt und erpresst haben soll, stand ein 43-Jähriger nun vor Gericht. Angeblich verdiene er Milliarden mit Patenten auf E-Zigaretten und habe so etwas gar nicht nötig.

Abgrundtiefe Feindschaft unter einst befreundeten Geschäftsmännern, ein Patent mit Milliardenwert, angeblich versteckte Kameras in einem FKK-Club und ein vermeintliches Komplott gegen einen 43-Jährigen: Das waren die Zutaten bei einem Erpressungsprozess, den das Amtsgericht zu führen hatte.

Angeklagt war der Club-Chef, weil er Mitte 2018 drei Besucher im Etablissement heimlich beim Sex mit Prostituierten gefilmt, von einem der Männer hinterher für das Video einen Betrag von 100.000 Euro in bar verlangt und erhalten haben soll. Doch der Angeklagte wetterte gegen diese Vorwürfe: „Nicht ein Wort stimmt!“ Denn jene „Gäste“ seien zutiefst mit ihm verfeindet – und hätten alles nur erfunden, um ihn fertig zu machen.

Wort- und gestenreich versicherte der Angeklagte, dass er für einen Betrag von 100.000 Euro keine Straftat begehen würde. So besitze er ein Patent aus dem Bereich von E-Zigaretten, das er für zwei Milliarden Euro verkaufen wolle. Und außerdem sei er, der bis Anfang 2018 auch formell des Sauna-Clubs Oceans war, kein bloßer „Bordell-Betreiber“, sondern besitze Firmen, in der Immobilien- und Bau-Branche. Weniger gut kamen bei ihm jene drei „Besucher“ weg, die als Zeugen gegen ihn aufgeboten waren: Über jeden von ihnen hatte er ein eigenes Dossier angefertigt und zum Prozess mitgebracht – um damit zu belegen, dass jeder dieser Zeugen mindestens ein Schlawiner, jedenfalls aber in zig Strafverfahren verwickelt sei.

Detailliert beschrieb er auch, wie und warum er sich mit jedem dieser Männer überworfen habe. So habe einer im Oceans einst mit Drogen und Waffen gedealt, habe später sogar noch versucht, den Angeklagten zum Verkauf des FKK-Clubs zu drängen – für angebliche 30.000 Euro. Der Angeklagte dazu: „Das Oceans ist doch 20 Millionen Euro wert im Nachtleben!“ Um diesen Mann, der sich stets gerühmt habe, 2500 Spielautomaten zu betreiben, für die versuchte Oceans-Übernahme „zu bestrafen“, habe der Angeklagte ihn einst bei den Finanzbehörden angeschwärzt.

Mit dem Ergebnis, dass dessen so genannter „Casino-Clan“ wegen Steuerhinterziehung von fast 50 Millionen Euro ins Fadenkreuz der Justiz geriet. „Aber er hatte ja angefangen“, rechtfertigte der Angeklagte sein Vorgehen. Auch die anderen Zeugen habe er sich aus anderen Gründen schon vor Jahren zu erbitterten Feinden gemacht. „Die Anklage wegen der behaupteten Erpressung ist deshalb von Anfang bis Ende falsch“, so sein Anwalt.

Zumal der Angeklagte extremen Wert darauf lege, dass im Sauna-Clubs Oceans alles tiptop läuft, und ein extra angestellter Mitarbeiter nur darauf zu achten habe, ob Straftaten dort begangen werden – um dann sofort eine Anzeige zu schreiben. „Der Staatsanwalt muss sich eigentlich bei mir bedanken“, fand der Angeklagte, zumal er den Behörden auch stets Informationen über „Hintergründe“ der Halb- und Unterwelt frei Haus geliefert habe. Zudem kündigte er an, er „werde irgendwann ein Buch schreiben über V-Männer der Polizei“ – und darüber, „dass sie kontrollierbar sein müssen“.

Für das Amtsgericht war allerdings die Kernfrage dieses Prozesses, ob es wirklich ein Komplott gegen den Angeklagten gab – oder ob die Zeugen die Vorgänge des angeblich gefilmten Club-Besuchs noch aus eigenem Erleben schildern können. Die Aussagen dieser Zeugen, die jeweils mit eigenem Anwalt erschienen waren, haben das Gericht allerdings nicht überzeugt – zu viele Widersprüche führten dazu, dass der 43-Jährige zuletzt vom Erpressungsvorwurf freigesprochen wurde. Das hatte auch der Staatsanwalt so beantragt. Und ob es die behaupteten Video-Aufnahmen je gegeben hat, ist überdies zweifelhaft. Bei der Razzia im Club waren keine Hinweise auf solche Aufnahmen gefunden worden.
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