RP 18.06.2014
Anwohner verärgert über geplantes Bordell in Rath
Düsseldorf · Düsseldorfs Rotlichtgröße Bert Wollersheim will ein Bordell in einer ehemaligen Lagerhalle eröffnen. Anwohner und Politiker fürchten, dass ein Straßenstrich entstehen könnte.
4000 Quadratmeter groß ist die frühere Lagerhalle an der Oberhausener Straße in Rath, nur wenige hundert Meter vom neuen Gefängnis in Ratingen und dem ISS Dome entfernt. In genau dieser Lagerhalle eröffnet Bert Wollersheim demnächst ein so genanntes Luxus-Bordell. Und genau dagegen laufen die Anwohner und Stadtteil-Politiker jetzt Sturm. "Bei so einem großen Bordell ist zu befürchten, dass sich weitere, nicht gewollte Betriebe ansiedeln werden und ein Straßenstrich entsteht. Damit wird sich die Gegend um die Theodorstraße negativ entwickeln. Das kann nicht gewollt sein", sagt Marcus Münter, Fraktionsvorsitzender der CDU in der Bezirksvertretung 6 (BV). Diese hatte noch vor drei Jahren versucht, das Vorhaben in dieser Größenordnung zu unterbinden.
Direkt verbieten konnte die BV die Pläne nicht, da der Bebauungsplan dort bordellartige Betriebe erlaubt. Kritisch ist der Standort, da sich mit dem alten Teil der Theodorstraße in unmittelbarer Nähe schon ein sozialer Brennpunkt befindet. Dort liegt zudem noch das Schaustellergelände, das vor eineinhalb Jahren durch eine Großrazzia eine kriminelle Großfamilie in die Schlagzeilen geraten war. Für diesen sensiblen Bereich wurde deshalb extra ein Polizei-Bezirksbeamter abgestellt. "Alle Bemühungen, Rath nach vorne zu bringen, werden mit solchen Einrichtungen, von denen es bereits mehrere im Stadtteil gibt, zunichte gemacht. Wir sind mehr als fassungslos", sagt Angelika Laas von der Initiative für soziale Ausgewogenheit in Rath.
Laut Medienberichten will Wollersheim im September eröffnen. Der FKK-Club "Oceans" soll fünf Saunen, eine Salzgrotte, Massageräume, ein beheiztes Schwimmbecken haben und eine Wasserlandschaft, in der sogar ein Hubschrauber Platz haben soll, bekommen. Angeblich steht ein Sterne-Koch am Herd des Restaurants. Insider gehen davon aus, dass Wollersheim nur als "Strohmann mit bekanntem Namen" vorgeschaltet, dass aber jemand anderer hinter ihm als Investor ist.
Das städtische Ordnungsamt kennt den Vorgang, ist aber nicht eingeschaltet. Amtsleiter Michael Zimmermann: "In diesem Fall sind wohl nur eine Konzession und ein Bauantrag nötig gewesen - und offenbar ist das alles genehmigt." Die Düsseldorfer Polizei weiß von dem Projekt und kündigt an, das Bordell genau wie alle anderen ähnlichen Etablissements regelmäßig zu kontrollieren. "Dabei kann es ja um unterschiedliche Strafdelikte gehen", so Polizeipressesprecher Marcel Fiebig. Das Ausländeramt wird bei ausländerrechtlichen Verstößen eingeschaltet, die Steuerbehörde bei Steuerfahndung, das Ordnungsamt dann, wenn es um Gewerberecht geht. "Die Polizei zeigt in solchen Häusern Präsenz, auch, um den dort arbeitenden Frauen Ansprechpartner zu vermitteln, falls sie irgendwann mal selbst Probleme haben."
Bert Wollersheim ist aus einem aktuell laufenden Rotlicht-Verfahren schadlos herausgekommen. In dem Verfahren geht es um angeblich serienweise betäubte und ausgeplünderte Bordell-Besucher. Gegen Wollersheim wurde zwar ermittelt, aber die Anklage fallengelassen. Im Februar hatte er seinen Job als Berater der "Gastronomiebetriebe Düsseldorf (RGD)" aufgegeben. In den Bordellen an der Rethelstraße, soll er nicht mehr anzutreffen sein. Wollersheim, der sich mit seiner Frau Sophia für TV-Dokus hat filmen lassen, ist zwar noch aus einer früheren Straftat wegen erpresserischen Menschenraubs vorbestraft, das steht der Neu-Eröffnung eines Gewerbes offenbar nicht im Wege.
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RP 22.06.2014
Proteste gegen riesiges Luxus-Bordell in Rath
Bei der mobilen RP-Redaktion äußerten Bürger ihren Ärger über die Genehmigung der Pläne an der Oberhausener Straße.
Der Fraktionsvorsitzende der CDU in der Bezirksvertretung 6, Marcus Münter, ist sauer. "Wir bekommen den Ärger der Bevölkerung ab, sind aber von der Verwaltung über den Bau des neuen Bordells nicht informiert worden. Wir hatten das in solch einem Umfang schon vor Jahren abgelehnt", sagt Münter. Zusammen mit anderen Lokalpolitikern, Vertreter von Initiativen und Bürgern kam er deshalb gestern an den Stand der Mobilen Redaktion am Hülsmeyerplatz, um über das Etablissement zu diskutieren, das bereits im September eröffnen soll.
Schnell wurde deutlich, dass vor allem Unklarheit darüber herrscht, wie es zu dem Bau in dieser Größe kommen konnte. "Das hatten wir schon 2011 abgelehnt. Wir werden jetzt parteiübergreifend verfolgen, wer unseren Wunsch ignoriert hat - und warum", sagt Birgit Schentek (CDU). Lokalpolitiker und Bürger befürchten, dass das Bordell sich negativ auf den gesamten Stadtteil auswirken könnte. "Rath hat sowieso schon kein gutes Image. Bei Wohnungsvermietungen habe ich deshalb immer wieder Probleme", sagt Dieter Lamontagne.
Wolfgang Laas befürchtet zudem, dass viele Bemühungen, den Stadtteil nach vorne zu bringen, nun zunichte gemacht werden: "Die Stadt wirbt international mit Hochglanzprospekten für die Theodorstraße als hochwertiges Gewerbegebiet. Wie passt denn da ein riesiges Bordell dazu?" Das fragt sich auch Ursula Parry, die seit 40 Jahren in Rath als Goldschmiedin arbeitet: "Das Gefängnis ist auch nicht weit, die Gegend geht so doch den Bach runter. Ich lehne den Puff ab."
"Wir wollen Oberbürgermeister Geisel jetzt beim Wort nehmen, der vor der Wahl versprochen hat, sich für die Vororte einzusetzen", sagen Hartmut Seeling und Brigitte Seeling-Faßbender. "Hier muss einfach etwas geschehen, damit das Niveau nicht weiter absackt. Und Bordelle gibt es bereits genug in Rath."
Ob der Luxus-Puff aber noch verhindert werden kann, bezweifelt der stellvertretende Bezirksvorsteher Peter Schumacher (SPD): "Es ist alles schief gelaufen. Damals hätte man auf uns hören müssen." Er fordert künftig rigorose Kontrollen rund um das Bordell.
"Das hat die Stadt doch komplett verpennt", ärgert sich Hero Herren. Der 84-Jährige wohnt schon seit über 60 Jahren in Rath, einem Stadtteil, der nach seiner Meinung komplett vernachlässigt werde: "Die 701 wird nicht bis zum ISS-Dome weitergeführt, die Güterzüge rattern alle zwei Minuten an meinem Schlafzimmer am Gatherhof vorbei und die urigen Gaststätten sterben alle aus. Und jetzt noch ein Puff?"
Kai Müller-Horn will das Thema breiter angelegt wissen: "Das Metier als solches ist legal, aber natürlich im höchsten Maße frauenfeindlich. Man muss die Grundlagen angreifen, denn Prostitution ist immer aus der Not geboren." Die Arbeitslosigkeit im Allgemeinen und die Armut in osteuropäischen Ländern im Besonderen müssten bekämpft werden. "Ob so ein Bordell an die Oberhausener Straße oder anderswo hinkommt, ist zweitrangig", sagt er.
Einen ganz anderen Aspekt greift Renate Schäffner auf: "Nur über die Oberhausener Straße komme ich mit meinen Enkeln zum Grünen See, alles andere wäre ein riesiger Umweg. Beides ist Kindern ja wohl kaum zuzumuten." Auch Marianne Hohberger ist der Meinung, dass dieses Großprojekt im Keim erstickt gehöre: "Die kriminelle Energie, die dahintersteckt, ist jetzt doch noch gar nicht abzusehen."
Die Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel will erfahren haben, dass ein Baustopp wegen nicht genehmigter Arbeiten im Außenbereich verhängt worden sei. An Fronleichnam sei allerdings trotzdem eifrig gewerkelt worden. Erst als Pantel den Ordnungsdienst rief, seien die Arbeiten eingestellt worden.
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RP 24.06.2014
Teilweiser Baustopp für Luxus-Bordell
Für die Bauarbeiten im Außenbereich des geplanten Luxus-Bordells an der Oberhausener Straße in Rath hat das Bauaufsichtsamt einen Baustopp verhängt. Düsseldorfs Rotlichtgröße Bert Wollersheim wollte das Etablissement eröffnen.
Der Grund: Die genehmigten Pläne seien nicht eingehalten worden, heißt es aus dem Amt nach einer Kontrolle der Baustelle. Der Innenausbau der ehemaligen Gewerbehalle darf allerdings fortgesetzt werden.
Für das Projekt steht mit Bert Wollersheim eine ehemalige Rotlichtgröße von der Rethelstraße. Laut Medienberichten will Wollersheim im September eröffnen. Der FKK-Club "Oceans" soll fünf Saunen, eine Salzgrotte, Massageräume, ein beheiztes Schwimmbecken haben und eine Wasserlandschaft, in der sogar ein Hubschrauber Platz haben soll, bekommen. Angeblich steht ein Sterne-Koch am Herd des Restaurants.
Insider gehen davon aus, dass Wollersheim nur als "Strohmann mit bekanntem Namen" vorgeschaltet, dass aber jemand anderer hinter ihm als Investor ist. Viele Anwohner protestierten bei der Mobilen Redaktion der RP gegen das Vorhaben.
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NRZ 27.06.2014
Düsseldorfer protestieren gegen Riesen-Bordell vom Rotlichtkönig Wollersheim
“Wir sind nicht der Puff von Düsseldorf“ - Anwohner und Politiker laufen Sturm gegen die Bordell-Pläne von “Rotlichtkönig“ Bert Wollersheim im Düsseldorfer Stadtteil Rath. Das Unternehmen werde doppelt so groß wie das “Pascha“ in Köln, sagt ein Kommunalpolitiker - und sei wohl nicht mehr zu verhindern. Im Herbst soll das “Oceans“ an der Oberhausener Straße eröffnen.
Die Anwohner sind aufgeregt. Düsseldorfs so genannter „Rotlichtkönig“ Bert Wollersheim lässt gerade im Rather Gewerbegebiet an der Oberhausener Straße ein Luxusbordell bauen.
Aus einer alten, seit vielen Jahren leer stehenden Lagerhalle soll bald ein Großpuff werden – mit mehr als 300 Angestellten, mehreren Saunen, Pools, und, und und.
Luxusbordell "Oceans" soll im Herbst öffnen
Schon in diesem Herbst könnte das Etablissement eröffnen. Der Name steht auch schon fest: „Oceans“ ist als Leuchtschrift auf dem Dach installiert. Viele Bürger laufen seit Wochen und Monaten gegen die Puff-Pläne Sturm. Jetzt hat die Stadt hat für den Außenbereich einen Baustopp verhängt.
Innerhalb des 4000 Quadratmeter großen Gebäudes darf weiter gearbeitet werden. „Doch außen entstehen Dinge, die wir nicht genehmigt haben“, sagte gestern eine Mitarbeiterin des Bauamtes. Gemeint ist ein flacher eigener Bau neben der Toreinfahrt. Der müsse zurück gebaut werden, sonst ging es auf dem Außengelände nicht weiter, so das Amt. Man habe nur Stellplätze genehmigt, sonst nichts.
Bezirksvertreter glaubt nicht mehr an einen kompletten Baustopp
Peter Schumacher sitzt für die SPD in der Bezirksvertretung 6. Er glaubt, dass das Haus, „das ja doppelt so groß wird, wie das Pascha in Köln“, nicht mehr zu verhindern ist – Baustopp hin oder her. „Wir sind hier im Stadtteil vor vollendete Tatsachen gestellt worden“, sagt Schumacher. „Dieses Ding wäre in Oberkassel nie gebaut worden. Aber mit uns in Rath können sie es ja machen. Wir sind doch nicht der Puff von Düsseldorf!“
Kritisch ist der Standort nahe des ISS Dome ohnehin, da sich mit dem alten Teil der Theodorstraße in unmittelbarer Nähe schon ein sozialer Brennpunkt befindet. Nebenan liegt zudem das Schaustellergelände, das vor anderthalb Jahren durch eine Razzia bei einer kriminellen Großfamilie in die Schlagzeilen geriet.
Erster Bauantrag vor drei Jahren
Vor drei Jahren wurde für das leer stehende Lagergebäude an der Oberhausener Straße 17 ein Bauantrag für einen „FKK- und Saunaclub inklusive gewerblicher Zimmervermietung bordellähnlicher Art“ gestellt. Dafür gab’s von der Verwaltung auch eine Genehmigung.
Wenig später der zweite Bauantrag: In die hohen Räumlichkeiten soll eine Zwischendecke eingebaut werden, um die „Horizontal-Gewerbefläche“ quasi zu verdoppeln. Doch so etwas sei dort wegen des „eng benachbarten Wohngebiets und der höherwertigen gewerblichen Nutzungen an der Theodorstraße“ unerwünscht, hieß es damals in der Bezirksvertretung.
Stadtteilpolitiker nickten Vorlage ab
Die Stadtteilpolitiker nickten die Vorlage damals mit breiter Mehrheit ab „Und eine weitere Bauanfrage haben wir nie gesehen“, sagt Schumacher, spricht von einer „Schweinerei sondergleichen“ und meint, hier gebe die Verwaltung ein „sehr schlechtes Bild ab“.
Viele Anwohner fürchten nun, dass das Viertel rund um die Oberhausener Straße noch mehr verkommt als ohnehin schon. Angelika Laas von der „Bürgerinitiative für soziale Ausgewogenheit in Rath“, sagt: „Alle Bemühungen, Rath nach vorne zu bringen, werden durch so etwas zunichte gemacht.“
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RP 02.08.2014
Rather Politiker wehren sich gegen Bordell-Neubau
Die Lokalpolitiker in Rath fühlen sich bei der Genehmigung eines Luxus-Bordells an der Oberhausener Straße übergangen und fordern Aufklärung über die Hintergründe.
"Wir stellen jetzt eine Anfrage, um zu erfahren, warum das Bordell in dieser Größe genehmigt wurde und warum die Bauanfragen und deren Genehmigungen nicht zuerst der Bezirksvertretung vorgelegt wurden", sagt Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel, die auch Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Rath ist.
Die Bezirksvertretung 6 hatte von den Bordellplänen erst erfahren, als bereits der Innenausbau der ehemaligen Gewerbehalle im vollen Gang war. Hier will Düsseldorfs einstige Rotlichtgröße Bert Wollersheim einen Erotik-Betrieb der Luxus-Kategorie auf 4000 Quadratmetern einrichten. Aus seinem früheren Betrieb an der Rethelstraße hatte sich Wollersheim zurückgezogen, nachdem er im Zusammenhang mit Betrugsvorwürfen verhaftet worden war. Seine früheren Geschäftspartner stehen derzeit vor Gericht, er selbst wurde nicht angeklagt.
Unterdessen ist in Rath festgelegt worden, dass in dem Gebiet keine weiteren Vergnügungsstätten, Bordelle und bordellartige Betriebe entstehen dürfen. Die Lokalpolitiker hatten die entsprechende Aufstellung eines Bebauungsplans gefordert. "Damit wird eine Rotlichtmeile an dieser Stelle unterbunden", sagt Pantel.
Auch die Erweiterung bestehender Bordelle ist demnach nicht zulässig. Deshalb wurde auch ein Baustopp für die Arbeiten im Außenbereich des geplanten Luxus-Bordells durch das Bauaufsichtsamt verhängt. Die begonnenen Arbeiten waren nicht genehmigt. Dort sind laut Medienberichten unter anderem ein beheiztes Schwimmbecken und eine Wasserlandschaft mit Jacht und Helikopter geplant. "Wir wissen, dass der Investor nun einen Antrag für den Außenbereich gestellt hat, um im Nachhinein die bereits durchgeführten Arbeiten zu legalisieren. Dagegen werden wir uns wehren", sagt Pantel.
Voraussichtlich schon im Herbst will Wollersheim den Betrieb mit 300 Mitarbeitern eröffnen. Bürger befürchten, dass darunter das Image des Stadtteils weiter leiden wird. Kritisch ist der Standort zudem, da sich mit dem alten Teil der Theodorstraße in unmittelbarer Nähe schon ein sozialer Brennpunkt befindet.
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RP 12.08.2014
Abgeordnete besucht Wollersheims Bordell-Baustelle
Über das geplante Luxus-Etablissement in Rath ließ sich Sylvia Pantel (CDU) von Bordellbetreiber Bert Wollersheim persönlich informieren. Besprochen wurde auch der Bau eines Swimmingpools ohne Genehmigung der Stadt.
Die Begegnung in der riesigen ehemaligen Fabrikhalle, in der sich die teure Ausstattung des geplanten Bordells bereits ablesen lässt, war durch Freundlichkeit geprägt. Denn so konnten die CDU-Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel und Bordellbetreiber Bert Wollersheim ihre unterschiedlichen Interessen am besten verfolgen: Pantel wollte möglichst viele Einzelheiten über das geplante Etablissement an der Oberhausener Straße erfahren, um Nachteile für die Nachbarn und den gesamten Stadtteil Rath abschätzen zu können. Wollersheim wollte das Luxusbordell möglichst schön und harmlos darstellen, um Kritikpunkte zu entschärfen und den Betrieb nicht zu gefährden.
Denn Rather Bürger und die Politiker wehren sich gegen das Bordell in einer ehemaligen Produktionshalle, das zurzeit eingerichtet wird und laut Wollersheim Ende September eröffnet werden soll. Sie sind verärgert, dass sie weder von der Bauvoranfrage noch vom Bauantrag durch die Stadtverwaltung unterrichtet worden waren, "obwohl dies das Verfahren vorsieht", sagte Pantel und nennt das Verhalten der Verwaltung intransparent. Deshalb stellt die zuständige Bezirksvertretung auch eine Anfrage an die Verwaltung für die kommende Sitzung. "Wir wollen Hintergründe wissen und besprechen, ob Nachteile für den Stadtteil entstehen", sagte Bezirksvorsteher Ralf Thomas (SPD), der auch am Treffen teilnahm.
Eine schummerige Rotlicht-Ecke soll das Bordell nicht sein, betonte Wollersheim und hob deshalb die edlen Materialien für den Wellness-Bereich hervor, betonte den Einsatz vor regenerativen Energien für Warmwasser und Strom, sprach vom schicken Restaurant und der Bühne, "auf der die Damen nicht unbekleidet tanzen werden". Die Besucher zahlten jeweils 50 Euro Eintritt - sowohl Damen, die Liebesdienste anbieten wollen, als auch die männlichen Besucher. Wenn sie mehr miteinander erleben wollen, stehen für sie 28 große, den gängigen Phantasien entsprechend üppig ausgestattete Zimmer zur Verfügung. "Was dort gezahlt wird, geht das Haus nichts an. Das finanziert sich durch den Eintritt", so Wollersheim.
Er rechnet mit 300 männlichen Besuchern pro Tag ab 10 Uhr bei Öffnung des Wellness-Bereichs bis tief in die Nacht bis zur Schließung des Restaurantbereichs. Die Finanzierung des Bordells bleibt im Dunkeln. Auf Nachfrage Pantels wollte Wollersheim die Investoren nicht nennen. Als Betreiber werde wohl eine GmbH firmieren, er selbst habe nur für die Investoren die Leitung übernommen.
Mögliche Folgen für den Stadtteil sprach Pantel an: Zusätzlicher Straßenstrich an der Oberhausener Straße, Zuhälterei, wachsende Kriminalität und ein schlechter Ruf für das als sozial benachteiligt geltende Rath. Das alles will Wollersheim verhindern: "Die Vorgaben der Stadt sind bindend." Zweifel an der Kooperation lässt allerdings ein Swimmingpool im Außenbereich aufkommen, der trotz Verbots der Stadt gebaut worden war. "Das ist ein eindeutiger Verstoß, der Pool muss verschwinden", so Pantel.
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RP 28.08.2014
Stadt: Größeres Bordell verhindert
Das große Luxus-Bordell, das zurzeit an der Oberhausener Straße in Rath gebaut und Ende September eröffnet werden soll, hätte nicht verhindert werden können. Zum Zeitpunkt der Bauvoranfrage war in dem Industriegebiet laut Bebauungsplan auch die Einrichtung von Bordellen und bordellartigen Betrieben zulässig.
Das erläuterte gestern die Stadtverwaltung in der Bezirksvertretung 6. Deren Mitglieder hatten sich bei der Genehmigung des Umbaus einer ehemaligen Industriehalle zum Luxus-Bordell übergangen gefühlt, schlossen eine bewusste Täuschung der Verwaltung nicht aus. Einige der Lokalpolitiker hatten von den Bordellplänen erst erfahren, als bereits der Innenausbau im vollen Gang war.
Dass die Bezirksvertretung nicht zu den Umbauplänen gehört worden sei, habe daran gelegen, dass sie gar nicht zuständig sei, da für den Umbau keine Ausnahmegenehmigungen erforderlich waren, erklärte die Stadt. Ein inzwischen neu aufgestellter Bebauungsplan hat aber eine nachträglich beantragte erhebliche Vergrößerung des Betriebs verhindern können. So wollte der Investor des Etablissements sich noch weitere Zimmer genehmigen lassen. Das konnte ihm nun untersagt werden. Gestoppt wurde mit dem neuen Plan auch der Bau von nicht genehmigten Außenanlagen, wie einem Swimmingpool, Terrassen und einem Naturteich. Was davon bereits steht, muss nun zurückgebaut werden.
"Eine Erweiterung der Anlagen kann aufgrund des neuen Bebauungsplanes nicht mehr genehmigt werden", sagt die Stadt. Der Behörde liege aber ohnehin kein nachträglicher Bauantrag für den Außenbereich vor. Mit den neuen Vorgaben können künftig auch weitere ähnliche Betriebe wie FKK- oder Saunaclubs in der Umgebung verhindert werden.
So hatten Bürger und Politiker bisher befürchtet, dass im Umfeld der Oberhausener Straße eine Rotlicht-Meile entstehen könnte. Insgesamt hat das Bordell nun eine Nutzfläche von rund 2200 Quadratmetern, davon entfallen 600 Quadratmeter auf die 18 Bordellzimmer, jeweils 375 Quadratmeter auf den Sauna- und Gastrobereich und 750 Quadratmeter auf den Wellnessbereich. Hinzu kommen auf dem Grundstück noch rund 80 Parkplätze für Kunden.
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