Prostitution in Hamminkeln: Stadt erhöht die Sexsteuer
Die Stadt will bei käuflichem Sex mehr Geld mitverdienen. Auch die Betreiber von Spielautomaten werden mit Jahresbeginn stärker zu Kasse gebeten.
Es gab mal Zeiten, da lag Hamminkeln an dritter Stelle aller NRW-Kommunen bei den Einnahmen aus der sogenannten Sexsteuer pro Einwohner und ließ damit selbst Städte wie Duisburg mit dem Rotlichtviertel Vulkanstraße hinter sich. Die Zeiten haben sich seit dem Brand des Saunaclubs „Gallardo“ am Kesseldorfer Rott im Hamminkelner Gewerbegebiet geändert, von dem bis heute nur eine Ruine steht. Aber Geld nimmt die Stadt durch verkäuflichen Sex trotzdem ein. Denn noch gibt es den Saunaclub Venus an der Güterstraße in Hamminkeln. Nun will Hamminkeln ein größeres Stück vom Kuchen und rechnet insgesamt mit Einnahmen von 70.000 Euro.
Die Politik hat auf Vorschlag einstimmig beschlossen, die sogenannte Sexsteuer zum Jahresbeginn zu erhöhen. Diese wird bei Sauna-Clubs – andere Etablissements wie Laufhäuser oder Striptease-Clubs gibt es in Hamminkeln nicht – je Veranstaltungstag und angefangene zehn Quadratmeter Veranstaltungsfläche berechnet und kostete vorher fünf Euro. Nun soll der Steuerbetrag auf sieben Euro steigen. Diese Erhöhung habe „keine erdrosselnde Wirkung“ und stelle deshalb keinen Eingriff in die Berufsfreiheit dar.
Aber auch Spielhallenbetreiber müssen tiefer in die Tasche greifen. Wer Apparate mit Gewinnmöglichkeiten hat, soll künftig sieben statt bisher fünf Prozent vom Spielumsatz an die Stadt abführen. Bei Spielautomaten in Spielhallen ohne Gewinnmöglichkeiten werden statt 35 nun 50 Euro pro Monat pro Gerät fällig, in Gaststätten kosten die Apparate statt bisher 25 Euro künftig 40 Euro pro Monat.